Urlaub in der Ferienregion Oberlausitz - Niederschlesien

Ostertraditionen

Bräuche werden in der Oberlausitz und Niederschlesien groß geschrieben. Das betrifft natürlich auch das Osterfest, bei dem die Region teilweise ganz eigene Traditionen vorweisen kann. Besonders im Gebiet um die Städte Bautzen und Kamenz wird es dabei feierlich und künstlerisch, was die Ostersaison zu einem traditionellem Höhepunkt des Jahres macht. Wir zeigen Ihnen, welche speziellen Sitten und Gebräuche Sie in der Oberlausitz zur Osterzeit erwarten.

Sorbischer Ostereiermarkt in Bautzen

Ostereier sind beinahe weltweit als Symbole der Osterzeit bekannt. In der sorbischen Kultur geht die Gestaltung der Ostereier jedoch weit über bloßes Färben hinaus. Die Eierschale wird hier traditionell zur Leinwand für kleine Kunstwerke zur Osterzeit. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, ist auf dem Ostermarkt in Bautzen genau richtig. Doch nicht nur darum: Das bunte Markttreiben und die Folklore sorgen dafür, dass sich der Besucher bestens unterhalten wird. Die sorbische Kultur ist in jeder Sekunde gegenwärtig und kann hier hautnah erlebt werden. Als Andenken können Sie traditionell gestaltete Eier hier käuflich erwerben und damit das heimische Osternest schmücken. Jeder Besucher darf auch selbst kreativ werden: Fachkundig unterstützt, schlüpfen Sie in die Rolle des Künstlers und gestalten ein Osterei nach traditioneller Wachstechnik selbst und können dieses natürlich mit nach Hause nehmen.

Ein Höhepunkt des Marktes ist zudem die Verleihung des Preises für das schönste sorbische Osterei. Hier werden jährlich die besten Exemplare unterteilt in Kategorien prämiert. Eine gute Chance also, sich etwas bei den Profis abzuschauen.

Der Ostermarkt in Bautzen findet jährlich am fünften Wochenende vor dem Osterfest statt und leitet somit in der Stadt die Osterzeit ein.

Traditionelles Osterreiten

Ein besonderes Highlight sind zu Ostern die sorbischen Osterreiter zwischen Bautzen und Kamenz. Am  Ostersonntag nach dem Gottesdienst begibt sich ein berittener, geschmückter Prozessionszug auf den Weg von Gemeinde zu Gemeinde um die frohe Kunde der Auferstehung zu verkünden. In der Zielgemeinde werden die Reiter dann verköstigt. Auch in einigen polnischen und tschechischen Gemeinden wird das Osterreiten als Tradition gepflegt.

Ostereiermarkt mit Ausstellung in Schleife

Eine Hauptrolle auf dem Ostereiermarkt in Schleife spielt, ganz klar, das Osterei. Wenn es um das Verzieren der bunten Eier geht, kann den künstlerischen Sorben kaum jemand etwas vormachen: Filigran werden diese durch verschiedene traditionelle Techniken mit Farbe und Wachs gestaltet. Dabei entstehen nicht selten echte Kunstwerke, für die es im Ort Schleife eine Ausstellung gibt. Im Sorbischen Kulturzentrum des Ortes findet ein Wettbewerb statt, um das schönste sorbische Osterei zu küren. Die siegreichen Eier werden gesammelt und regelmäßig vor Ostern präsentiert. Seit dem Jahr 1998 ist so eine sehr große Sammlung an Ostereiern zusammengekommen. Auf dem sorbischen Ostereiermarkt wird diese dann einmal im Jahr präsentiert.

Zusätzlich zu den ausgestellten Eiern werden auf dem Markt von Ätztechnik bis Wachsbatik die typisch sorbischen Gestaltungsweisen für Ostereier vorgestellt. Das Folklore-Programm erlaubt das Eintauchen in die sorbische Kultur.

Der traditionelle Ostereiermarkt öffnet jedes Jahr am zweiten Wochenende vor Ostern seine Pforten für die Besucher.

Osterschießen im Oberlausitzer Bergland

Im Oberlausitzer Bergland gehört das Osterschießen zu den festen Traditionen. Dabei treffen sich meist befreundete Gruppen, um der Nacht zum Ostersonntag eine lautstarke Kulisse zu geben. Zur Hilfe wird dabei eine Milchkanne aus Blech genommen. Diese wird mit einer Mischung aus Karbid und Wasser gefüllt und anschließend verschlossen. Das Gemisch entwickelt dabei ein Gas, wodurch bald der Deckel der Kanne mit einem lauten Knall „weggeschossen“ wird.

Die Böller sind dann in der sonst ruhigen Nacht über viele Kilometer weit im Bergland zu hören und leiten den Ostersonntag als Höhepunkt des Osterfestes ein.

Eierschieben in Bautzen

Das Eierschieben am Bautzener Protschenberg hat eine Tradition, die bis tief in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Damals rollten wohlhabende Bürger Eier, Äpfel oder auch Nüsse den Hang herunter, wo es von den Kindern der Stadt aufgefangen wurde. Seit dem Jahr 2001 wurde diese Tradition durch den Tourismusverein Bautzen wieder aufgenommen. Zu heutigen Zeit rollen jedoch eierförmige Gegenstände und keine Naschereien mehr den Hang hinab.